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Schießen, 2. Luftgewehr Bundesliga Südwest:
TSV Marbach macht beim Heimwettkampf einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt


Trommelstakkato und Glockengebimmel

FN Redaktionsmitglied: Paul v. Brandenstein

 
Als einziger Schütze des TSV Marbach feierte Routinier Michael Krank beim "Heimwettkampf" in der Laudaer Stadthalle zwei Einzelsiege.


Atemlose Stille beim Luftgewehrschießen, um die Schützen nicht in der Konzentration zu stören? Ein klarer Fall von „Denkste“. Beim Heimwettkampf der Zweitbundesliga-Mannschaft des TSV Marbach in der Laudaer Stadthalle läuft durchgehend Popmusik über den Lautsprecher. Zwar nicht in Disco-Manier, aber zumindest in „gehobener Zimmerlautstärke“. Deutlich übertönt wird die Musik jedoch noch vom Stakkato der Trommeln, mit denen die Fans für Stimmung sorgen. Und in Anlehnung an ein Anfeuerungsritual von Schweizer Sportfans gibt es auch Glockengebimmel. Es klingt nicht so scheppernd wie von den berühmten Kuhglocken, ist aber dennoch laut. Dazu noch rhythmisches Klatschen der Zuschauer und immer wieder lautstarker Jubel bei einer wichtigen „Zehn“. Die Atmosphäre beim Luftgewehrschießen in der Zweiten Bundesliga überrascht den Laien absolut. „Ruhe, das war einmal“, erklärt Klaus Fürst, Vorsitzender des TSV Marbach. „Heutzutage ist das alles anders“.

Der kleine Verein aus dem Stadtgebiet von Lauda-Königshofen schießt seine dritte Saison in der 2. Bundesliga. Im ersten Jahr ist man abgestiegen, nach dem Wiederaufstieg schaffte man im zweiten Jahr den Klassenerhalt. Ein 3:2 gegen Brigachtal war damals ausschlaggebend. „Praktisch mit dem letzten Schuss ist da die Entscheidung gefallen“, erinnert sich Fürst. „Dieses Mal wollen wir es wieder schaffen“.

Beim TSV Marbach schießen die besten Schützen aus der gesamten Region. Beim Heimwettkampf am Sonntag waren nominiert: Marisa Gregori (18-jährige Schülerin aus Mosbach), Stefanie Hefner (22-jährige Industriekauffrau aus Osterburken), Björn Rösner (29-jähriger Wirtschaftsingenieur aus Tauberbischofsheim), Katharina Kempf (23- jährige Studentin aus Brehmen) sowie Michael Krank (35-jähriger Lehrer aus Löffelstelzen).

Ein Sieg, drei Niederlagen: So lautete die Marbacher Bilanz vor den Wettkämpfen in Lauda. Marbach musste hier gegen KKS Königsbach und SV Schopp ran. Beide Teams sind deutlich vor dem TSV platziert, weshalb die Gastgeber jeweils als Außenseiter in die Wettkämpfe gingen. Doch Außenseiterrolle hin oder her: Schon ein Sieg wäre ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt.

 

Niederlage gegen Königsbach

Gegen KKS Königsbach gab es für den TSV Marbach eine 1:4-Niederlage. Dabei wäre gegen die Schützen aus der Gegend von Pforzheim sicherlich mehr drin gewesen. Björn Rösner lag nämlich gegen Yvonne Wrobel nach drei von vier Zehnserien noch in Führung, musste dann aber seine Kontrahentin noch ziehen lassen (383:385 Ringe). Katharina Kempf hielt bis zur Hälfte des Wettkampfes ein Unentschieden, musste sich gegen Mario Nittel nach einem schwächeren zweiten Teil aber ebenfalls geschlagen geben (385:390). Während Stefanie Hefner gegen Jacqueline Messner von Anfang an im Hintertreffen war und am Ende auch klar unterlag (386:393), startete Marisa Gregori nach schwachem Auftakt und klarem 190:196- Rückstand gegen die französische Nationalschützin Marie-Laure Gigon eine imposante Aufholjagd. Ring für Ring rückte sie näher an Gigon heran, doch am Ende fehlte ihr ein einziger Ring: 387:388. Den einzigen Punkt für den TSV Marbach holte Routinier Michael Krank, der ebenfalls lange in Rückstand lag, dann aber in der vierten Zehner-Serie auf 99 Ringe kam und damit seine Kontrahentin Lena Scholz noch knapp überflügelte (391:389).


  

Sensation gegen Schopp

Natürlich war der TSV Marbach auch im zweiten Wettkampf des Tages gegen den SV Schopp nur Außenseiter. Die Pfälzer hatten zuvor eine Mannschaftssiegbilanz von 4:1, für Marbach standen dagegen 1:4. Die rund 150 Zuschauer, die in die Laudaer Stadthalle gekommen waren, brauchten ihr Kommen wahrlich nicht zu bereuen, erlebten sie doch einen Wettkampf, bei dem es Spitz auf Knopf stand. Zunächst waren leider die beiden Marbacher Schützen Stefanie Hefner (387:393 gegen Patricia-Verena Seipel) und Björn Rösner (385:395 gegen den mehrfachen Schweizer Meister Thomas Wüest) schnell auf die Verlierstraße eingebogen. Doch dies sollte keine Vorentscheidung sein.

Mit der für sie typischen „Schnellfeuereinlage“ setzte Katharina Kempf ihre Konkurrentin Katja Schulz wie geplant unter enormen Druck, dem sie nicht mehr standhalten konnte: 389:383 hieß es schließlich für die Schützein des TSV Marbach. Und Michael Krank erwies sich wieder einmal als „Mister Zuverlässig“. Er feierte gegen Kai-Thorsten Wagner beim 389:386 seinen zweiten Einzelsieg des Tages.

Das Duell zwischen Marisa Gregori und der erfahrenen Eva Naudsch musste schließlich entscheiden. 98:97 hieß es nach der ersten Zehnerserie für Gregori, 197:196 nach der zweiten für Naudsch. Nach der dritten stand es 294:294. Unbeschreiblicher Jubel dann bei den Marbacher Schützen und Fans, als Marisa Gregori mit einer „Zehn“ zum entscheidenden 392:391 abschloss.

Der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga ist für den Verein damit in greifbare Nähe gerückt.

   

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